Tantieme gmbh geschäftsführer Muster

Praxis-Tipp: Um das Finanzamt davon zu überzeugen, dass die Umsatztantieme nur für außergewöhnliche Geschäftsjahre gilt, sollte diese nur zeitlich begrenzt vereinbart werden. Überzeugend ist die Vereinbarung einer Umsatztantieme auch, wenn ein Nicht-Gesellschafter-Geschäftsführer der GmbH diese zugesprochen bekommt. Ob diese Rechtsprechung bzw. Verwaltungsmeinungauch bei einmaligen jährlichen Zahlungen wie zum Beispiel beiTantiemen gilt, ist jedoch nicht sicher. Denn die tatsächlicheÜbung, der regelmäßige Leistungsaustausch, lässtsich üblicherweise nur bei monatlichen Zahlungen ohne weiteresnachvollziehen. Andererseits ist aber nicht generell ausgeschlossen,die vorherige Vereinbarung auch bei einmaligen jährlichenGewinntantiemen anhand tatsächlicher Übung festzustellen(vgl. BFH 17.10.90, BFH/NV 91, 773). Dann dürfte es jedochentscheidend darauf ankommen, wieviele Jahre die Tantieme auf Grund nurmündlicher Vereinbarung ausgezahlt wurde. Zwei Jahre dürftenaber noch nicht ausreichen, um einen „regelmäßigenLeistungsaustausch“ zu begründen. Doch es gibt Ausnahmen zu dem strikten Verbot der Umsatztantieme. Befindet sich eine GmbH beispielsweise in einer Aufbau- oder Umbauphase, würde eine Gewinntantieme ins Leere laufen.

In diesem Fall kommt für die Mühen des Gesellschafters ausnahmsweise eine Umsatztantieme in Betracht (BFH, Urteil v. 12.10.2010, Az. I B 70/10). Selbst wenn das 75/25-Verhältnis eingehalten wird, ist die steuerliche Anerkennung der Tantieme noch nicht gesichert. Dann nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs darf die Gewinntantieme des Gesellschafter-Geschäftsführers maximal 50 Prozent des Jahresüberschusses der GmbH betragen. Bei Überschreitung dieser 50 Prozent-Grenze liegt ebenfalls für den übersteigenden Teil einer vGA vor. Das Beispiel 6 zeigt, dass bei Ermittlung des derHöhe nach angemessenen Teils der Tantieme von der angemessenenGesamtausstattung des Gesellschafter-Geschäftsführersauszugehen ist (also Verhältnis von angemessenerGesamtvergütung zur Tantieme) und nicht mehr wie nach bisherigerAnsicht der Finanzverwaltung vom tatsächlich vereinbartenFestgehalt (Verhältnis Festgehalt zur Tantieme). BeiZugrundelegung des Verhältnisses Festgehalt zur Tantiemewürde die angemessene Gewinntantieme nur ein Drittel von 75.000€ = 25.000 € betragen. Um die Gewinntantieme berechnen zu können,muss eine Bemessungsgrundlage festgelegt werden. Der Bundesfinanzhof(BFH) und das Bundesfinanzministerium (BMF) gehen davon aus, dass„der handelsrechtliche Jahresüberschuss vor Abzug derGewinntantieme und der ertragsabhängigen Steuern“ alsBemessungsgrundlage heranzuziehen ist (BMF-Schreiben vom 1.2.2002, IV A2 – S 2742 – 4/02, BStBl 2002 I, 219; BFH-Urteil vom5.10.1994, I R 50/94, BStBl 1995 II, 549). Diese Bemessungsgrundlageist jedoch nicht zwingend, es gibt weder eine Rechtsgrundlage noch eineBegründung.

Der BFH hat sie nur als Beispiel verwendet, das BMFsich schlicht angehängt. Wichtig: Die Tantiemesollte im Kfz-Gewerbe nicht auf dem Rohgewinn basieren. Denn derRohgewinn lässt bei im Werkstattbereich starken Kfz-Betrieben dieüblicherweise hohen Personalkosten, bei im Fahrzeugverkauf starkenKfz-Betrieben die meist hohen Fremdkapitalzinsen außer Betracht.Damit rückt die Rohgewinntantieme gefährlich nahe an eineUmsatztantieme heran. Gewinnabhängige Tantiemen (sog. Gewinntantieme) akzeptiert das Finanzamt in der Regel, wenn sie formal richtig geschlossen und angemessen sind. Umsatzabhängige Tantiemen (sog. Umsatztantieme) werden steuerrechtlich nur unter besonderen Voraussetzungen im Ausnahmefall anerkannt.